Wann lohnt sich eine Kleinserie im 3D-Druck gegenüber Spritzguss?
Ein technischer und wirtschaftlicher Vergleich ab welcher Stückzahl additive Fertigung die Nase vorn hat.
### Die wirtschaftliche Entscheidung im B2B-Umfeld
In der Produktentwicklung und bei der Einführung neuer Baugruppen steht man regelmäßig vor der klassischen Make-or-Buy-Entscheidung: Ab welcher Stückzahl amortisiert sich der Werkzeugbau für den Spritzguss, und bis zu welchem Volumen ist die werkzeuglose additive Fertigung (3D-Druck) wirtschaftlicher?
1. Werkzeugkosten als Fixkosten-Barriere Ein professionelles Spritzgusswerkzeug aus Stahl oder Aluminium erfordert erhebliche Vorkosten. Je nach Komplexität, Schiebern, Heißkanalsystemen und Oberflächenstruktur liegen die Werkzeugkosten typischerweise zwischen **5.000 € und über 30.000 €**. Diese Fixkosten müssen vollständig auf die gefertigte Stückzahl umgelegt werden.
Beim FDM-3D-Druck entfallen die Werkzeugkosten vollständig. Die Fertigung startet unmittelbar aus dem digitalen CAD-Volumenmodell (STEP).
2. Beispielhafte B2B-Kalkulation (Amortisations-Vergleich) Betrachten wir ein typisches Industrie-Sensorgehäuse aus schlagzähem Kunststoff (z. B. PETG oder ABS) mit ca. 50g Eigengewicht:
| Stückzahl | 3D-Druck Stückpreis (inkl. Rüstanteil) | Spritzguss Umlage-Stückpreis (Werkzeug: 12.000 €) | Gesamtersparnis im 3D-Druck | | :--- | :--- | :--- | :--- | | **1 Stück** | 45,00 € | 12.002,50 € | **11.957,50 €** | | **10 Stück** | 22,00 € | 1.202,50 € | **11.805,00 €** | | **50 Stück** | 18,50 € | 242,50 € | **11.200,00 €** | | **100 Stück** | 16,00 € | 122,50 € | **10.650,00 €** | | **500 Stück** | 12,50 € | 26,50 € | **7.000,00 €** | | **1.000 Stück** | 10,50 € | 14,50 € | **4.000,00 €** | | **2.000 Stück** | 9,80 € | 8,50 € | *Spritzguss amortisiert* |