FDM oder SLA: Welches 3D-Druckverfahren passt zu Ihrem Prototyp?
Unterschiede in Oberflächengüte, Schichtverbund, Temperaturbeständigkeit und Mechanik.
### Das richtige additive Verfahren für industrielle Anforderungen
In der professionellen Anwendung dominieren zwei Verfahren: **FDM** (Fused Deposition Modeling, Schmelzschichtung) und **SLA** (Stereolithografie, Harzhärtung mittels Laser/Licht). Beide Verfahren basieren auf dem Schichtaufbau, unterscheiden sich aber in ihren physikalischen Eigenschaften grundlegend.
1. FDM-Verfahren (Schmelzschichtung) Hierbei wird ein thermoplastischer Kunststoffdraht (Filament) geschmolzen und über eine Düse exakt abgelegt. * **Typische Werkstoffe**: PETG, ABS, ASA, PC, TPU sowie Kohlefaser- und Glasfaser-Compounds (PETG-CF). * **Vorteile**: Hohe Zugfestigkeit, Schlagzähigkeit, hervorragende chemische Beständigkeit und Temperaturbeständigkeit (bis über 100 °C). * **Beste Eignung**: Funktionsprototypen, Montagelehren, Gehäuse für den harten Werkstatteinsatz, Maschinenkomponenten.
2. SLA-Verfahren (Stereolithografie) Hierbei härtet ein UV-Laser oder ein Projektor flüssiges Photopolymer-Resin schichtweise aus. * **Typische Werkstoffe**: UV-reaktive Harze (Acrylate/Epoxide) mit simulierten Materialeigenschaften (z. B. ABS-like, rubber-like). * **Vorteile**: Nahezu unsichtbare Schichtlinien, extrem glatte Oberflächen, hohe Detailtreue und exakte Einhaltung kleinster Bohrungen. * **Beste Eignung**: Optische Prototypen (Anschauungsmodelle), Gussmodelle, fluidische Kanäle, Designstudien.
3. Direkter B2B-Kennwertvergleich
| Eigenschaft | FDM (Schmelzschichtung) | SLA (Stereolithografie) | | :--- | :--- | :--- | | **Materialcharakter** | Echte Thermoplaste | Duroplastische Harze (Photopolymere) | | **Mechanische Belastung** | Hoch (Zäh, flexibel oder extrem steif) | Eher spröde (Harz altert unter UV-Licht nach) | | **Oberflächenrauheit (Ra)** | Hoch (Schichten von 0,1 bis 0,2 mm spürbar) | Sehr gering (Nahezu spritzgussglatt) | | **Temperaturbeständigkeit** | Bis zu 120 °C (z. B. Polycarbonat) | Meist bis 60 °C (Spezialharze bis 120 °C) | | **Isotropie (Richtungsfestigkeit)** | Anisotrop (Z-Richtung schwächer) | Weitgehend isotrop |